Saturday, May 22, 2010

NRW: schwarz rot gelb rot grün (Kommentar)


Wer die ätzende Wahlwerbung vor der Landtagswahl in NRW gesehen hat, ist froh, dass dieser Spuk vorbei ist. Am schlimmsten waren die Kompetenz-Plakate des amtierenden Ministerpräsidenten Rüttgers, der sich damit auf der ersten Stufe zur Kanzlerschaft wähnte. Das Volk hat ihn abgewählt, weil ihnen so ein Typ zu sehr stinkt. Die Wahlplakate von CDU und FDP hatten nur eine Aussage: Wir finden es wahsinnig toll, dieses bevölkerungsreichtste Bundesland zu regieren und wollen so weitermachen wie bisher. Wir sind kompetent, glücklich und ziemlich weit oben. Hier gibt es tolle Pöstchen zu vergeben, die wollen wir haben.

Beinahe hätte ich nicht gewählt.

Da sah ich ein einziges Plakat mit einer inhaltlichen Aussage zur Landespolitik: Enegiekonzerne kontrollieren! (Oder so ähnlich) Genau richtig. NRW ist die Heimat der Energie-Mafia, die glaubt, dass diese Infrastruktur ihnen gehört. Aber eine Infrastruktur wie die der Stromversorgung gehört dem ganzen Volk, genau wie das Autobahnsystem oder die Straßen, die Schulen und Kirchen... Wenn es Privatbesitz ist, muss es unter Kontrolle gebracht werden. Die Partei, die das Plakat "Energiekonzerne kontrollieren" gehängt hatte, war "die Linke". Also habe ich die gewählt und meine Zweitstimme, da kommen nur CDU und SPD in Frage, gab ich dem sympathischen Gesicht der neuen SPD-Kandidatin.

So weit so gut. Das Ergebnis ist bekannt: Die Gewinner sind die Grünen und die Linken, das sind die einzigen, von denen das Volk eine Erneuerung erwarten kann. Dass die SPD mit dem Gesicht von Hannelore Kraft keine neue Partei ist, sondern die gleiche alte NRW-Filzpartei, die das Volk nicht mehr haben will, zeigte sich sofort nach der Wahl. Als erstes einmal die Parole. Nichst geht mit der Linken! (Konkurrenz!) Das wäre was Neues. Neue Gesichter, koalitionsunerfahrene fraktionsunwillige Leute direkt aus dem Volk.

Das Scheitern der ersten Runde stand schon im (Godesberger) Programm. Jetzt aber kommt das Allerschärfste. Nach den gescheiterten Verhandlungen äußern sich SPD und Grüne (?):
Der Haupt-Fehler der Linken sei, dass sie sich nicht vom Unrechtsregime der DDR distanzieren könnten. Das muss man zweimal sagen: Vom Unrechtsregime der DDR distanzieren.

Ich gehöre zu der Generation, die sich noch gut an die DDR erinnern kann, aber was dieser vor 21 Jahren untergegangene Staat mit der Landesregierung in NRW zu tun hat, ist auch mir völlig schleierhaft und ich habe nicht einmal Lust, darüber nachzudenken. Ich denke da lieber über die Figuren nach, die auf unsere Kosten ihre Zeit mit solchen Gedanken verschwenden und den Wählerwillen missachten.

Da sitzen sie in Düsseldorf im Konklave, sollen eine Regierung bilden und vermissen Distanz zur DDR. Wo? Wann? Düsseldorf im Jahre 2010. Kommentar überflüssig oder doch, ein Satz:

Falsches Denken kommt aus falschen Köpfen.

Das Schlimmste wäre jetzt eine große Koalition. Das weiß jeder, dann werden die Wähler am meisten betrogen. Die SPD hat man hier schon lange satt und die CDU nach 5 Jahren ebenso. Trotzdem wird darüber verhandelt, es wird sogar verlangt, dass Rüttgers wieder Ministerpräsident wird, doch das wird mit Sicherheit nichts, denn Merkel ist dagegen. Der Wille des Volkes spielt in der CDU sowieso keine Rolle. In der SPD eigentlich auch nicht, aber man hat dort noch Angst vor dem Volk... eigentlich schade.

Übrigens
das Volk besteht zu einem Viertel aus dem Volk der ehemaligen DDR.

1 comment:

  1. Der Koch ist erst mal nicht mehr dabei; der hat sich auf seine Großrente zurückgezogen, genau wie Großrentner Lafontaine. Vielleicht taucht Koch in ein paar Jahren wieder auf bei den Linken oder bei den Rechten...

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