2. Teil
Weil die Bürokratie die Hauptschuldige an der Menschenfalle von Duisburg ist, indem sie eine Genehmigung erteilte, die keine sein konnte, ist natürlich damit zu rechnen, dass mit aller der Bürokratie zur Verfügung stehenden Mitteln diese Schuld auf andere geschoben wird.
Die Staatsanwaltschaft hat schon damit begonnen. Sie ist selber Teil der Bürokratie, die Bürokratie der Justiz. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt eingeleitet.
Dieses Verfahren ist dazu angelegt in die Irre zu führen; denn die Schuldigen sind nicht unbekannt. Jeder, der Akteneinsicht hat, kann sie sofort benennen.
Schuldig ist derjenige, der die Genehmigung für 250.000 Personen erteilte und jede übergeordnete Person in einer Dienststelle, die sich mit dem Antrag befasst hat, bzw. hätte befassen müssen, bzw Kenntnis davon erhielt.
Schuldig ist zweitens der Veranstalter Rainer Schaller, der mit der Genehmigung für 250.000 die Veranstaltung nicht gestoppt hat, weil er die Auflage nicht erfüllen konnte. Zu seiner Entlastung ist zu sagen, dass er eine Genehmigung erhielt, die aber in der Realität keine Genehmigung war, weil niemand die Teilnehmerzahl auf ein Fünftel reduzieren konnte.
Schuldig ist drittens die Polizeiführung, weil sie einen Auftrag angenommen hat, den sie nicht erfüllen konnte. Da sie sich nicht geweigert hat, diesen Auftrag anzunehmen, hätte sie versuchen müssen, die Menschen weiträumig am Zugang zum ungeeigneten Gelände zu hindern, also spätestens am Bahnhof Duisburg. Auch für die Polizei gelten entlastende Argumente. Normalerweise führt sie Befehle aus. Doch Widerstand gegen eine krasse Fehlentscheidung der Behörden, also Zivilcourage, müsste auch von Polizisten auf der oberen Führungsebene erwartet werden. Insbesondere, weil absolut Unmögliches verlangt wurde.
Die Bürokratie wird versuchen, die Schuld möglichst nahe an die Opfer heranzuschieben, weil sie die bürokratische Auflage, nur 250.000 zu sein, nicht erfüllt haben. Bestimmt wird es noch andere Begründungen geben, weil sie gesperrte Treppen benutzten und über Absperrungen geklettert sind. Rechtsanwälte und Sachverständige werden an dieser Schiebung gegen gutes Honorar kräftig mitwirken. Und das alles wird wenigstens zwei Jahre dauern.
Helfen kann nur ein Richter, der den Mut hat, die Schuldigen zu bestrafen, obwohl die meisten von ihnen in der Stadtverwaltung von Duisburg sitzen, genauer gesagt im Bauamt.
Zum Glück sind Richter nicht Teil der Bürokratie...
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