Thursday, August 19, 2010

Meinungskampagne: DER SPIEGEL gegen GOOGLE (Essay #1 / 2)

1. Teil

Spiegel der Missgunst

DER SPIEGEL gesellt sich zu den Presseorganen wie BILD, welche gezielte Meinungskampagnen im eigenen Interesse durchführen. Es geht natürlich um Geld, um  Werbeeinnahmen. Zeitschriften haben einen Teil des Anzeigen-Marktes an das Internet verloren und in letzter Zeit ist GOOGLE der erfolgreichste Anbieter von Online-Werbung.

Die Werbung bei Google ist deshalb interessant, weil im Gegensatz zur Presse eine gewisse Erfolgs-Garantie besteht. Der erste Erfolg einer Google-Anzeige wird dadurch garantiert, dass echte "Klicks" honoriert werden und nicht die alleinige Präsenz auf der Seite wie bei Anzeigen in der Presse. Das erkennen immer mehr Agenturen und Kunden. Außerdem hat Google ein sehr intelligentes und auch faires System, die Werbung zu schalten; sie wird an Suchwörter gekoppelt, vereinfacht formuliert: Wer nach Auto sucht bekommt Auto-Werbung. (Auch die Werbung in diesem Blog ist stichwort-gesteuert.)

Der Spiegel lebt von Prestige-Anzeigen, ganzseitige Inserate renommierter Firmen, die Autos, EDV oder gehobene Dienstleistungen anbieten. Jeder der das Heft durchblättern, kann sie zählen und/oder betrachten.

Es besteht also keine direkte Konkurrenz zu Google, und doch ist ein intellektueller Kampf des Spiegel gegen Google entbrannt. Dies fiel zunächst auf beim großen Google-Artikel. Selten war eine Titelgeschichte des Spiegel-Magazins so unsachlich und uninformativ. Wie eine Suchmaschine funktioniert, wie sie ihre Informationen beschafft und in Sekundenschnelle verteilt, konnte man oder frau im Spiegel-Artikel nicht erfahren.

DER SPIEGEL interessierte sich nicht dafür, was die Suchmaschine Google, überhaupt ist, und ließ auch seine Leser darüber im Unklaren. Aber wie Google Geld verdient, das interessierte den Spiegel sehr und am Ende wollten die Autoren schließlich Google als eine Gefahr darstellen. Doch nicht als eine Gefahr für den Werbeumsatz des Spiegel, sondern als eine Gefahr für den Datenschutz der Bürger!

Früher betrieb der Spiegel investigativen Journalismus, das heißt, er recherchierte in Quellen am Rande der Legalität nach Machenschaften der Politiker, Regierungen, Geheimdienste, Parteien und Konzerne, ebenfalls am Rande der Legalität. Wer den Spiegel damals fürchtete, waren Politiker wie Franz Josef Strauß, der es mit der Demokratie und der  Gewaltenteilung bekanntlich nicht sehr genau nahm. Damals war DER SPIEGEL das beste Nachrichtenmagazin der Welt. Auch das sollte einmal gesagt werden. Diese Zeiten sind längst dahin; sie waren mit dem Tode von Rudolf Augstein beendet.

Der Spiegel des Rudolf Augstein hat viel Transparenz geschaffen. Transparenz wird heute durch das Internet hergestellt und darin hat Google eine zentrale Funktion. Dank Google (und anderer Suchmaschinen) kann jetzt jeder selber recherchieren. Und der Spiegel ist offenbar ins andere Lager gewandert, er kämpft gegen eine private Institution, die Transparenz und informative Gleichberechtigung aller herstellt. Der Spiegel betreibt jetzt Desinformation wie die Bildzeitung.

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