Thursday, August 19, 2010

Meinungskampagne: DER SPIEGEL gegen GOOGLE (Essay #2 / 2)

2.Teil

Wer schützt uns vor der Intransparenz?
 
Die laufende Kampagne des Spiegel richtet sich dagegen, dass Google die Straßen der Welt filmt. Was ist dagegen einzuwenden? Jeder kann an meinem Haus vorbeigehen und es betrachten. Er kann sogar durchs Fenster schauen und, wenn es ihn interessiert, sieht er mich am PC sitzen und diese Zeilen hier schreiben. Andere werden sie im Netz lesen. Wenn ich das nicht will, schließe ich den Rolladen und lade den Text nicht ins Netz. Auf den Google-Maps, Satelliten-Ansicht, kann die ganze Welt mein Auto vor der Türe stehen sehen. Wen juckt das?

Es juckt offenbar den Spiegel, denn er macht Stimmung dagegen und er hat Politiker/innen auf seiner Seite. Die Ministerin für Verbraucherschutz, Aigner, CSU,  steht auf der Seite des Spiegel gegen Google. Wieso kümmert sie sich nicht um die Weinpanscherei und Manipulationen von Nahrungsmitteln? Die Bürger können diese Vorgänge nicht erkennen, beweisen oder stoppen... Das können nur Institutionen, die dem Ministerium für Verbraucherschutz unterstellt sind. Das wäre effektiver Verbraucherschutz und auf lägere Sicht Kostenreduktion im Gesundheitswesen.  

Das Thema Datenschutz ist bei Politikern (ursprüngleich FDP, später Grüne, jetzt CSU...) schon lange sehr beliebt, weil es ein Betätigungsfeld ist, wo beliebige Scheingefechte möglich sind (ähnlich wie der Klimaschutz von Angela Merkel). 


Jeder weiß, dass unsere Daten nicht geschützt sind, weder von, noch vor der CIA, auch nicht vor oder von sonst einem Geheimdienst. Und den meisten ist es egal, sie zucken mit den Schultern, weil sie keine Nebenfrauen, Nebenjobs oder Nebeneinkünfte zu verbergen haben (wie viele Politiker). Wer schützt uns von der Intransparenz der herrschenden Apparate, der Geheimdienste und der Bürokratie? Das Internet!

Datenschutz ist dann angesagt, wenn Daten heimlich gesammelt werden, in geheime Fächer wandern und heimlich gegen die beobachteten Bürger ausgewertet werden. Aber selbst dann kommt bei der Datensammelwut um so weniger heraus, je globaler sie betrieben wird. (Die STASI hatte zwar viel gesammelt und war gut als Buhmann und ständige Bedrohung, effektvoll war sie nicht. Doch das nur nebenbei.)

Was Google macht, ist genau das Umgekehrte, von dem, was Geheimdienste legal, halb legal oder illegal betreiben. Googel sammelt nicht heimlich Daten. Jeder weiß was sie sammeln und, was noch viel wichtiger ist: Google stellt sein Wissen der ganzen Welt zur Verfügung, den Suchenden, den Betroffenen, den Geheimdiensten und auch dem Spiegel. (Eine Ausnahme sind gewisse Algorithmen im Programm der Suchmaschine, Betriebsgeheimnisse.)

Der Ruf nach Datenschutz ist im Falle Google, besonders, wenn er von Journalisten kommt, unglaubwürdig. Google greift weniger in Persönlichkeitsrechte ein als jeder Foto- oder Boulevard-Journalist. Sie machen es nur massenweise. Millionen- und milliardenfach. Was die Journalisten (nicht nur des Spiegel) aufbringt, ist, dass sie es konstenlos der ganzen Welt zur Verfügung stellen und dass sie außerdem mit ihrer Suchmaschine, die nur das Internet durchsucht, viel Geld in der Werbung verdienen.  

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