Wenn Mexiko den Handel mit Kokain legalisieren würde, läge das Problem da, wo es hingehört, bei den Amerikanern.
Dies ist nur ein Gedankenexperiment, aber es zeigt, wie andere Länder unter der schizophrenen Moral der USA zu leiden haben. 28.000 tote Mexikaner auf dem Transportweg von Kolumbien nach Texas und Kalifornien, wo die US-Eliten nicht auf ihre Lieblingsdroge verzichten können. Die Überbringer aber werden automatisch kriminalisiert.
(Selbstverständlich werden auch Waffen für den Krieg der Koks-Kuriere aus den USA runter nach Mexiko geschmuggelt bzw. an die mexikanische Drogen-Mafia verkauft.)
Das unstillbare Verlangen der High Society nach einer glücklich-machenden Droge ist ein (möglicherweise ungewolltes) Neben-Ergebnis der Konsum-Werbung.
In dieser Form einer Massenerscheinung ist Drogen-Kosum mit dem Massen-Konsum und der Werbung dafür direkt oder indirekt (nur statisitisch blegbar) verknüpft. Es sind ja nicht nur einige Künstler oder ausgeflippte Milliardärs-Söhne, die koksen, sondern Millionen Konsumenten der Oberschicht, die täglich ihre weißen Linien ziehen wollen.
Die Werbung, sie ist in ihrer Ästhetik eng mit der Droge Kokain verknüpft, predigt den Konsum als Glücksbringer an sich seit mehr als hundert Jahren. Das deutlichste Beispiel ist Coca-Cola, jenes Getränk, das nach der Koka-Pflanze benannt ist und anfangs wirklich Kokain enthalten hat.
Als dies verboten wurde, kam die Coca-Cola-Company auf den perfiden Gedanken, die Droge im Getränk durch Werbung zu ersetzen. Geworben wird für eine schlecht-schmeckende braune Limonade. Diese Brühe ist ohne Kokain sehr billig in der Herstellung, aber sie ist kein Selbstläufer wie Himbeer-Eis, sie muss den Konsumenten erst schmackhaft gemacht werden.
Die Werbung für Coca Cola sieht immer so aus wie Werbung für den Genuss an sich, wie die Werbung für eine Droge, nämlich Kokain.
Das Frische-Gefühl, die grelle Farbwahrnehmung, die Jugendlichkeit, das ist das Gefühl von Kokain. Dass die sogenannten Kreativen, welche diese Visionen entwerfen, selber koksen, ist so gut wie sicher.
Leider stumpft die Gefühlswahrnehmung durch Kokain sehr schnell ab und es verleitet gleichzeitig zur ständigen Wiederholung und dabei noch zur Steigerung der Dosis. (Ähnlich wie bei den meisten Drogen und deshalb verboten.) Aber auch diese Sucht ist genau das von der Konsumgüter-Industrie gewünschten Verhalten: Je mehr und je öfter konsumiert wird, desto besser!
Würde Kokain nicht das Gehirn erweichen und zur mentalen Stumpfheit führen, was wir besonders bei Künstlern beobachten können, dann wäre mit Koks als Glücksbringer ja alles okay! Aber so einfach ist die Welt nicht.
Es ist unmöglich, die menschliche Glückseligkeit durch den immer wiederholten Konsum einer bestimmten Sache zu erzeugen und aufrecht zu erhalten.
Dies kann als roter Leitfaden durch die Konsumwelt oder als Naturgesetz gelten.
Es ist sogar unmöglich, das einmal erreichte Glück einfach durch ständige Wiederholung einer Handlung immer wieder zu finden, zu steigern oder beliebig fortzusetzen. Auch wenn diese Handlung am Anfang große Glückseligkeit bewirkt hat. Dieser Satz gilt zum Beispiel für Sexualität, sorry, aber es ist so.
Beide Lehrsätze sind der Konsum-Werbung im amerikanischen Stil entweder unbekannt oder sie werden ignoriert oder es wird der Natur gezielt widersprochen. Wer will das beurteilen?
Werbung auf Plakaten und in den Medien, Drogen, Sex und Konsum sind so perfekt zu einer grellen Mischung von äußeren Reizen verquirlt, dass der fade Nachgeschmack der braunen Bestandteile, der am Ende übrig bleibt, nicht mehr wahrgenommen wird. (Kaum einer weiß, wie Scheiße schmeckt.)
Wenn in der Nähe Schüsse fallen oder Jugendliche zu Pflegefällen werden, dann wird der Bürger aufmerksam. Er schimpft mit der Bildzeitung in der Hand, aber er kotzt noch nicht.
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
No comments:
Post a Comment