Saturday, November 12, 2011

Krise der Dummheit (Ein wenig Theorie)

Wer Krise sagt, sollte Krise des Systems sagen. Es ist nicht nur das Finanzsystem und der Kapitalismus, erst recht nicht der Euro, sondern das Gesamtsystem: Kapitalismus plus Mediendemokratie.

Systemkritik ist deshalb schwer, weil es schwer ist, einen Standpunkt außerhalb des Systems zu finden. Fast alle sind integriert. Diejenigen, die ganz oben stehen, am meisten. Sie sind bar jeder Kritik, auch jeder Selbstkritik. Das kann nicht anders sein; sonst wären sie nicht in dieser Position. Sie sind nicht in der Lage, Systemfehler wahrzunehmen und so treiben sie uns immer weiter in die gleiche Richtung.

Das Publikum erwartet Änderungen von denjenigen, die es in den Medien wahrnimmt, aber das sind genau die falschen Leute, sie rechtfertigen in der Öffentlichkeit nur ihr Verhalten und ihre Untätigkeit. Dabei wird falsch informiert, aus dem Blickwinkel der System-Nutznießer.


Die Kommunikation der Massen wird dominiert von Massen-Medien, die besonders innig ins System integriert sind. An erster Stelle das Fernsehen.
 
Das öffentlich-rechtliche ist, wie schon der Name sagt, identisch mit dem Staat, insbesondere mit den beiden Volksparteien CDU und SPD. Es wird alimentiert von einer Zwangsabgabe über die GEZ und ist nicht demokratisch beeinflussbar, weder finanziell noch inhaltlich. Es verkündet nur den Status Quo.

Das private Fernsehen wird durch Reklame finanziert. Reklame ist bezahlte Falschinformation zugunsten von  Konsumprodukten. Sie richtet sich an den durchschnittlichen Konsumenten. Reklame ist um so erfolgreicher, je weniger der durchschnittliche Konsument das Falsche an der Information wahrnimmt, das heißt, je dummer er ist.

Die Programme der Privatsender dienen dazu, dumme Konsumenten anzulocken, sie dumm und werbe-gläubig zu halten und von Jugend an zur Durchschnittlichkeit zu erziehen. Der Wert des Programms gegenüber den Werbetreibenden besteht im Erreichen der Zielgruppe, in der Blindheit der Teilnehmer und wird quantitativ gemessen an der Einschalt-Quote.

Es ist ein Rätsel, wieso die öffentlich-rechtlichen Anstalten ebenfalls Einschalt-Quoten als Maßstab ihrer Bewertung von  Programmen gelten lassen. Sie werden so gezwungen, die gleiche Verdummung zu betreiben, was dem ursprünglichen Zweck der Sender widerspricht, denn der sollte Bildung und Information sein, nicht Verdummung und Desinformation.

Wer also geistig in der Lage sein will, die Welt wahrzunehmen, wie sie ist, sollte so wenig wie möglich Fernsehen, denn weder das eine noch das andere Modell bietet Objektivität.

Systemkritik an diesen Leit-Medien muss im Fall der privaten Medien Konsum-Kritik sein, also das Gegenteil von Reklame. Kritik an den staatlichen Medien wäre die Forderung nach Demokratie in den Sendern, wirkliche Demokratie, nicht Parteien-Proporz. In der Realität sind die Sender genau so undemokratisch wie die Bürokratie in Brüssel.

Daran lässt sich im Rahmen der gültigen Verfassung, insbesondere des Parteiensystems nichts ändern. Was für den Einzelnen möglich ist, ist nur Verweigerung. Ich schalte ab, also bin ich. Diese Haltung ist zum Glück sehr viel leichter durchzuhalten, seit es das Internet gibt.

Das Internet ist den anderen Massen-Medien strukturell überlegen, weil es interaktiv ist. Es ist ein völlig anderes System, das weder auf Parteilichkeit noch auf Reklame basiert. Jeder kann sich unzensierte Informationen und Programme beschaffen und, was viel wichtiger ist: Jeder kann interaktiv oder auch aktiv mitmachen.

Das Internet hat von sich aus eine basis- demokratische Struktur. Direkte Demokratie und freie Kommunikation im Internet sind die einzige Hoffnung, das System aus Wirtschaft, Parteien und Medien zu kritisieren und zu überwinden; denn die parlamentarische Demokratie ist eine leere Hülse geworden, die von Interessengruppen beliebig gefüllt und benutzt wird.







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