Thursday, January 5, 2012

Die Geld-Krise 2 / Geldreligion: In God we trust

Teil 2
In God we trust

Auf den amerikanischen Münzen steht der Spruch: "In God we trust." Damit war nicht gemeint, dass Geld gleich Gott ist, aber in USA wurde es so verstanden und da Amerika sehr offen für Religionen ist, entstand dort eine Geldreligion, für die es keinen Namen gibt.

Die Anhänger der Geldreligion wollen sie nicht benennen. Sie behaupten, Kapitalismus und Monetarismus seien keine Religionen und damit seien das auch nicht die richtigen Namen für ihre Geldreligion. Auch der Satz "Geld ist Gott" wird nicht direkt ausgesprochen, wahrscheinlich, um andere Religionen nicht (als Zweitreligionen) zu beleidigen.
Da jeder das Recht hat, seine eigenen Religion selbst zu benennen, müssen wir die Definitions-Verweigerung akzeptieren und nennen die Geldreligion nicht Kapitalismus, nicht Monetarismus, sondern einfach 

Geldreligion.

Die Geldreligion verkündet:
1. Geld sei der höchste Wert auf dieser Welt.
2. Für Geld könnte ich alles haben.
3. Um Geld zu bekommen, müsste ich alles tun.
4. Je mehr Geld ich besäße, desto besser.

Daraus resultiert aus europäischer Distanz: Geld ist für Anhänger der Geldreligion so etwas ähnliches wie die Gnade Gottes für gläubige Juden, Christen und Moslems.

Unsere dritte Erkenntnis über das Geld ist daher die Folgende:
Alle Glaubenssätze der Geldreligion sind falsch.

Wer sie anerkennt, benutzt die aggressive Ideologie des Geldes. Wer danach lebt, glaubt an die Religion, die besagt: Geld ist gleich Gott.Dieser Gedanke ist allerdings tückisch, weil er schwer zu widerlegen ist, denn Geld ist in alles andere umtauschbar, auch in die Dienstleistungen konventioneller Religionen.

Die Vereinbarung, aus der das Geld entstanden ist, lautete aber nicht Geld ist der höchste Wert auf Erden, sondern: Geld ist eine Zahl auf einer Münze oder einem Schein, einem Konto, einer Kredit- oder Geldkarte, die einem bestimmten materiellen Wert entspricht und gegen andere materielle Dinge, Waren, Arbeit und Dienstleistungen überall eingetauscht werden kann. Jetzt und in Zukunft. Aber nicht in alle Ewigkeit und nicht um jeden moralischen Preis!

Aus der Aufzählung der vielen Formen des Geldes, die nicht einmal vollständig sein mag, geht schon hervor, dass beim Umgang mit Geld eine starke Expansion stattgefunden hat. Erst Münzen, dann Scheine, dann Konten, die nur noch Buchungen sind, dann Kreditkarten und Geldkarten, welche elektronischen Buchungen entsprechen. 

Das Geld scheint eine Dynamik entwickelt zu haben. Doch das ist die falsche Sicht. Die Dynamik geht von Menschen aus, die arbeiten, handeln und Geldgeschäfte machen.

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