Teil 1
Was, wo und wieviel?Seit der Jahrtausendwende (plusminus 10 Jahre) häufen sich Finanzkrisen. Erst der Zusammenbruch der New Economy, dann Asien- und Hypothekenkrise, zuletzt die sogenannte Euro-Krise. Es sind Symptome eines Zerfalls, der vom Geld- und Bankensystem ausgeht. Oft wird behauptet, dass niemand dieses System voll durchblickt. Das ist möglich, sogar wahrscheinlich, aber gerade, weil es ein riesiges, kompliziertes System ist, sollte nicht jeder versuchen, es ganz zu studieren, denn wir müssen schon vorher unsere Entscheidungen treffen.
So oder ähnlich verhält sich auch die Finanzindustrie, die einfach das, was sie weiß und die Mittel, die sie hat, ausnutzt, ihre Interessen zu vertreten und das sind satte Boni, Provisionen und erfolgreiche Spekulationen, häufig in Form von Insider-Geschäften. Jeder andere aber steckt ebenfalls in diesem System und überblickt einen gewissen Bereich, in dem er agieren kann und agieren muss.
Aber die finanziellen Interessen für wenigstens 90% aller Menschen sind den Interessen der Finanzindustrie entgegengesetzt. Je tiefer unser Verständnis von der Funktionsweise des Finanzsystems aber ist, desto besser und sicherer werden unsere Entscheidungen sein.
Der erste Grundsatz zum Verständnis des Geld-Systems:
Es gibt viel zu viel Geld auf der Welt.
Dies erscheint all denjenigen absurd, die zu wenig Geld haben und das sind die meisten. Doch der Schein trügt. Etwa 90% bis 99,9% aller Menschen haben zu wenig Geld, das ist je nach Land oder "Kultur" verschieden, der Rest hat immens viel Geld, so dass es nicht nur für die wenigen, die es haben, sondern auch insgesamt zu viel wird. Daraus entstand das Problem der Reichen:
Wohin mit dem ganzen Geld?
Leider ist es nicht so, dass nur ein paar Prozente zu viel da sind oder doppelt soviel wie nötig. Nein, es ist wenigstens zehn mal soviel Geld vorhanden, wie nötig wäre, um alle Funktionen des Geldes zu erfüllen, außer der einen, Geld mit Geld zu verdienen.
Dass Geld am einfachsten mit Geld zu verdienen ist, deutet bereits auf einen Fehler im System.
Die zweite Einsicht, die wir haben sollten ist folgende:
Geld ist ein vom Menschen künstlich geschaffener Wert.
Der Wert des Geldes beruht auf einer Vereinbarung, dass eine bestimmte Zahl auf einer Münze oder einem Schein, einem Konto einer Kredit- oder Geldkarte, einen festen materiellen Wert haben soll, der überall in der realen Wirtschaft gegen Waren einzulösen ist. Jetzt und in Zukunft. Ein Euro für einen Liter Wein. Tausend Dollar für einen Flug nach Afrika und zurück.
Geld ist keine höhere Macht. Es kommt weder von Gott noch vom Teufel. Es ist weder der Grund des irdischen Glücks noch der Grund für alles Böse. Es ist eine Konvention, die nicht einmal unumstößlich ist.
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