Saturday, December 4, 2010

Wikileaks Affäre - Deutsche Regierung lächerlich (Kommentar)

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Mit welcher übertriebenen Selbstsicherheit die Regierenden unseres Landes in ihren Sesseln sitzen - und mit ihnen 20 Millionen Privilegierte - das ist leicht an der Affäre Wikileaks zu erkennen.

Der Büroleiter des amtierenden Außenministers Guido Westerwelle, Herr Helmut Metzner, hat seit Juni 2007 interne Geheimnisse des Parteivorsitzenden der FDP, Hintergründe aus dem Wahlkampf, Details der Koalitons-Verhandlungen und zuletzt Vertraulichkeiten der Regierung an den amerikanischen Botschafter verraten.

Einfach so, keiner weiß warum.

Was passiert? Die FDP fordert den Rückzug des Botschafters Philip Murphy, ja, nicht den Auschluss von Helmut Metzner aus der Partei. Auch fordert bisher niemand den Rücktritt des Außenministers, weil er so eine Person zu seinem Bürochef gemacht hat. Psst! Es könnte ja sein, dass die beiden gelegentlich in einem Bett liegen und wer gegen deren dienstliches Verhältnis was einwendet, könnte in den Verdacht geraten dass er ein Vorurteil gegen Homosexuelle hat, hätte oder haben könnte.

Der Westerwelle hat Narrenfreiheit aus besagtem Grund und niemand fordert, dass er sich von Helmut Metzner distanziert. (Die Forderung nach dem Abzug des Botschafters ist Mumpitz, da lassen sich die Amis nichts sagen.) Helmut Metzner wird auf einen anderen Posten in der Parteispitze verschoben. Denn... er hat sich verdient gemacht. Womit?

Er gilt als Chef-Wahlkampfleiter der FDP und Wahlkampf ist immer.

Ich versuche mir ein Persönlichkeitsbild von Metzner zusammenzusetzen. Das erste, was mir in Erinnerung ist, war dieser völlig losgelöste Wahlkampfstil der FDP. Losgelöst von Politik und von der Realität. Es war  wie Werbung für Fernseh-Filme oder eine Partnerschafts-Vermittlung im Internet. Rein nach den Gesetzen der Konsumwerbung.

Und das, verbunden mit der Koalitonsaussage der Merkel zugunsten von schwarz-gelb.  Das hat der Spaß-FDP einen seriösen Anstrich verliehen und die CDU viele Stimmen gekostet. Und es hat zum Erfolg geführt! Keine schlechte Strategie, wenn man mal davon absieht, dass es hier eigentlich um
Politik geht.
 
Helmut Metzner ist also wie Guido Westerwelle ein Wahlsieger. Er ist ein Vertrauter des Parteiführers und verrät Details aus den Koalitionsverhandlungen. Er ist also ein Verräter von Freunden. Und ein Verräter der Bundeskanzlerin, denn die ist ja die Chefin bei diesen Verhandlungen. Ich versuche, mir das im Kopf zusammenzusetzen.

2 x Metzner + 1 x Westerwelle + 1/2  x Merkel = ?

Nach den Koalitionsverhandlungen wird Westerwelle Außenminister, wie es ein ungeschriebenes Gesetz der BRD ist und Metzner wird sein Büroleiter. Er verrät weiter vertrauliche Dinge an die Amerikaner, die sich daraus ein Bild des Außenministers zeichnen: 


Inkompetent, aufschäumende
Persönlichkeit, zur Außenpolitik nicht geeignet. Das hätten viele andere in Deutschland ihnen auch sagen können, Westerwelle ist eben Westerwelle, das weiß jeder; es musste nicht vom Büroleiter kommen.


Und jetzt bleibt in der deutschen Regierung alles so wie es ist. Die FDP ist sauer auf die Amis, denen wir hier mal ausnahmsweise dankbar sind. Sowohl den ehrlichen Diplomaten als auch denen, die Wikileaks die Dateien übermittelt haben. Endlich mal was Positives! Offen und ehrlich. Und verständlich ist mir auch Folgendes: Die Amis haben Schwierigkeiten, die deutsche Regierung ernst zu nehmen.

Nehmen die sich selber ernst? Was will ein Mann wie Helmut Metzner? Was will Westerwelle? Was denkt sich Merkel? Ist das Politik, was die da machen?

Es ist nicht einmal schmutzig, es ist einfach lächerlich; es stinkt nach Kinder-Kacke. Und trotzdem ist es nicht harmlos; denn das sind die Leute, die uns beherrschen. 


Sie haben mit ihrer Werbung unsere Wähler-Stimmen bekommen und sitzen jetzt in den höchsten Staatsämtern. Sie werden bis an ihr Lebensende von uns alimentiert werden mit hohen Renten.

Die Amerikaner können über sie lachen. Ich nicht. Ich habe das Gefühl, in einer anderen Realität zu leben und bin ihnen trotzdem ausgeliefert. Wenn ich könnte, würde ich ihnen ins Gesicht spucken. Das wäre das Wenigste.

 

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