Monday, October 17, 2011

Politiker solidarisieren sich mit Occupy Wallstreet! (Kommentar)

Was bedeutet das?

Daran sehen wir, dass bei uns Politik nur noch Geschwätz ist. Vor ein paar Wochen haben sie den Euro-Rettungsschirm verabschiedet. Jetzt maulen sie gegen die Banken.

Aber wen rettet dieser Rettungsschirm?

Erstens die Politiker selbst, die dadurch mit dem Schuldenmachen fortfahren können.
Zweitens die Banken; denn würden Staaten wie Griechenland pleite gehen, wären die ersten Verlierer Banken, die ihre Schuldscheine in Höhe vieler Milliarden besitzen.

Außerdem ist und war die Staatsverschuldung immer auch ein Geschenk an die Banken, die dringend nach Anlagemöglichkeiten suchten, um das überschüssige Geld ihrer Kundschaft anlegen zu können. Staatspapiere boten für Banken eine riesige Gewinnquelle.  

Die Interessen der Politiker und die der protestierenden Jugend sind also diametral entgegengesetzt; denn die Jugend will nicht für Banken und Schulden der Politik ihr Leben lang schuften; darum protestieren sie und darum sind die Protestierenden so jung. 


Je jünger du bist, desto mehr musst du für die Schuldenmacher und ihre Kreditgeber arbeiten.

Dass gerade deutsche Politiker sich in so großer Zahl solidarisieren ist symptomatisch.

In kaum einem anderen Land hat sich die Mediendemokratie so weit vom Volk entfernt. Politiker haben sich angewöhnt, nur noch mit den Massenmedien zu kommunizieren. Ihre Politik ist rein verbal, hat nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun.

Wenn einer dieser Volksvertreter wirklich Sympathie mit dem Anliegen der Protestierenden hätte, hätte er gegen den Rettungsschirm gestimmt oder gekämpft. Insbesondere auch in den Medien, also da, wo wir es wahrgenommen hätten. Jetzt nutzen sie die Chance, etwas Stimmung gegen Banken zu machen, die erst in zweiter Linie für die Lage verantwortlich sind. An erster Stelle sind die Politiker selbst verantwortlich, die ja gerade noch den Rettungsschirm für das Schulden-System beschlossen, durchgesetzt oder zugelassen haben.

Die Banken würden ihre verdiente Strafe bekommen, wenn sie nicht von Regierungen gerettet würden. 


Warum die eine Dame und die vielen Herren das tun, ist schwer verständlich, es zeigt aber einfach und krass, die Finanzindustrie steht der Regierung näher als das Volk. Das Volk geht also zu den Banken und protestiert dort, wo die Politiker es wahrnehmen.

Das ist aber keine Demokratie mehr, sondern Post-Demokratie.

Die Post-Demokratie ist hier in Deutschland in einem besonders fortgeschrittenen Stadium:

Eine Regierung ohne Rat und Tat. Ein Parlament ohne Opposition. Ein Volk, das der Obrigkeit und den Medien vertraut. Und eine Staatsverschuldung, die, absolut gesehen, der Verschuldung in anderen Ländern nicht nachsteht. Sie wirkt nur geringer, wenn sie mit der "Wirtschaftsleistung" verglichen wird. (Nebenbei bemerkt: Die Wirtschaft leistet nichts ohne ein fleißiges Volk.)


Wenn wir unsere Verschuldung mit der Geburtenrate vergleichen, ist es beängstigend!  

 Siehe auch Januar 13, 2011 in diesem Blog!

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