Saturday, February 11, 2012
Mehr Schulden, weniger Zukunft. Ein Überblick
Ist euch aufgefallen, dass niemand mehr von der Eurokrise redet? Hier wurde von Anfang an behauptet, dass es sie gar nicht gab und jetzt redet auch niemand mehr davon.
Ein Problem weniger, könnte man meinen, aber das Problem der Staatsschulden in Europa ist damit nicht gelöst.
Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist die Verhinderung der Griechenland-Pleite. Dass sie verhindert wird, war von Anfang an klar. Es liegt im Interesse der Finanzindustrie und irgendwie glauben die Regierungen und deren Eurokraten, dass es auch in ihrem Interesse ist, die Pleite eines Euro-Landes zu vertuschen.
Das ist aber nicht im Interesse der Völker, nicht einmal des griechischen Volkes. Bei einer Pleite wären die Schulden nämlich weg. Die Geldgeber bekämen ihre 20% oder etwas weniger (wie bei jeder anderen Pleite) und die Griechen könnten mit ihrem Staat von vorne anfangen. Ohne Schulden-Politiker.
Für die herrschenden Polit-Kreise in Griechenland wäre es eine Katastrophe. Doch es wäre für die anderen Länder ein Modell-Fall, an dem sie sehen könnten, wohin die Schuldenmacherei der Regierungen führt.
Man weiß darüber fast nichts und will es nicht wissen. Bisher bestehen nur Chaos-Theorien, die von Leuten verbreitet werden, die andere Interessen haben, weil sie an den Schulden verdienen. Spekulanten und Politiker sitzen da in einem Boot.
Was bei einer Staatspleite herauskommt, das wollen die Eurokraten nicht sehen. Und sie wollen nicht, dass deutlich wird, wohin es führt, sie wollen so weiter machen wie bisher, weil es ihnen persönlich so gut dabei geht. Notfalls treten sie zurück wie Berlusconi.
Jetzt werden Schulden Griechenlands auf den Euro-Raum verschmiert durch diverse Schulden-Verteilungs-Systeme. Sie werden Rettungsschirme genannt oder Hilfe vom Internationalen Währungs-Fond oder Maßnahmen der EZB.
Klar ist dabei, dass die kommende Generation in Europa das alles bezahlen muss. Bezahlt werden auch die überflüssigen Gesprächsrunden, Experten-Treffen einschließlich der Legionen von Eurokraten, die daran satt verdienen.
Und die jetzt herrschenden Polit-Bürokraten sanieren sich, so lange sie leben.
Zum Beispiel: Reaktionsschnell haben Landtagsabgeordnete in NRW ihre Diäten krass erhöht, zugunsten ihrer Pensionen, damit sie, wenn es enger wird, nicht weniger, sondern mehr bekommen. Die anderen kriegen dann noch weniger.
Sie nutzen dabei zwei Verfassungs-Fehler aus.
1. Dass Abgeordnete eines demokratischen Parlamentes einfach ihr Einkommen beschließen wie in einem Märchen der Brüder Grimm.
2. Dass demokratisch auf Zeit gewählte Volksvertreter Schulden im Namen des Volkes machen dürfen, die über ihre Amtsperiode hinaus gehen.
Letzteres ist genau das, was bei der Griechenland-Pleite vertuscht werden soll; denn es ist keine Besonderheit Griechenlands. Fast alle Länder (außer China) machen diesen Fehler. Deutschland besonders krass und schon sehr lange.
Der deutsche Staat macht Schulden auf drei Ebenen: Bund, Länder und Kommunen. Dagegen sind die Schulden Griechenlands ein Klacks. Und wir können sie gemeinsam vertuschen.
Die eigenen Schulden aber werden uns einholen.
Wohl dem, der in einem Parlament sitzt und schnell noch seine Zukunft absichert. Auf Kosten der anderen. Dagegen sind wir machtlos, weil die Paralmentarier (CDU, SPD und Grüne) die Verfassungs-Fehler geschickt für sich ausnutzen.
Das einzige was wir tun können, ist nie wieder zu einer Landtagswahl zu gehen.
Doch das wurde gestern schon gesagt.
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